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Entstehungsgeschichte des tierärztlichen Helferinnen/Helfer - Berufes
Weit über die Hälfte aller Tierärzte in Deutschland arbeitet als praktizierende Tierärzte bzw. -ärztinnen. Sie gewährleisten die medizinische Versorgung der Tiere, entwickeln Tierschutzstandards und setzen sie durch. Mittlerweile nehmen auch Aufgaben im öffentlichen Veterinärwesen größeren Raum ein. Dazu gehören vor allem die Überwachung der Nutztierhaltung und die Lebensmittelkontrolle.
Tierärzte und Tierärztinnen diagnostizieren und behandeln Tierkrankheiten, beugen Tierseuchen vor und bekämpfen sie, arbeiten in der Lebensmittelüberwachung sowie im Tier- und Umweltschutz. Dadurch gewährleisten sie die medizinische Versorgung der Tiere, sichern die Gesundheit der Verbraucher und die einwandfreie Qualität tierischer Lebensmittel.
Der Anfang der tierheilkundlichen Tätigkeit lässt sich über weit mehr als 6000 Jahre zurückverfolgen und entwickelte sich beim Umgang von Menschen mit Nutztieren. In Ägypten züchtete man damals Haustiere wie Hunde, Rinder und Ziegen. Die ältesten Schriften und Hieroglyphen enthalten Hinweise über deren Tierzucht, Pflege, Fütterung und Heilung.
460 v. Christus zeigte Hippokrates auf, dass gesunde und krankhafte Prozesse bei Menschen und Tieren vergleichbar sind. Aristoteles verfasste das Buch „Tierkunde“ und gilt als Vater der Tieranatomie. Der bedeutendste Tierheilkundige der damaligen Zeit war allerdings Absyrtus (290 - 350 n. Christus). Unter seinem Einfluss teilte sich die Tiermedizin von der Humanmedizin ab und nahm eine eigenständige Richtung. Absyrtus befasste sich mit Themen wie Hygiene, Zucht, Rassenlehre, Therapie, Pathologie, Chirurgie und Geburtshilfe.
Publius Vegetius (550 n. Christus) schrieb das umfangreichste Werk des Altertums über die Tiermedizin. Er ergänzte die Arbeit von Absyrtus mit eigenen Beobachtungen. Sein Werk sollte die Tierheilkunde bis ins 17. Jahrhundert maßgeblich beeinflussen. Darin finden sich bspw. Angaben zur Altersbestimmung eines Tieres über seine Zähne sowie Quarantänemaßnahmen bei ansteckenden Krankheiten.
Die Tierarzneikunde wurde lange Zeit wie ein Handwerk vom einzelnen Meister auf einen einzelnen Schüler weitergegeben. Die Trennung des Berufs von Tierheilpraktikern und Tierärzten brachte erst die Neuzeit. Die erste Lehrstätte für akademische Tierheilkundige entstand 1762 in Lyon (Frankreich). Bereits 1790 wurden auch in Deutschland die ersten Schulen gegründet. Diese Schulen waren einfache Berufsschulen mit bescheidensten Aufnahmebedingungen.
In Deutschland wurde ab 1830 in Gießen und ab 1903 überall die Reifeprüfung (allgemeine Hochschulreife) zur Vorbedingung für die Zulassung zum Studium der Veterinärmedizin. Im Jahre 1811 promovierte der erste Tierarzt zum "Doktor der Heilkunde" an der Universität Marburg. In der Seuchenbekämpfung und in der kurativen Praxis beeinflusste zunächst die Humanmedizin stark die veterinärmedizinische Wissenschaft. Da die Armeen das Pferd als unentbehrliche Arbeitskraft benötigten, erreichte die Entwicklung der Tierheilkunde in der "Rossarzneikunst" ihren ersten Höhepunkt. Daneben wuchsen dem kleinen, stetig aufstrebenden Berufsstand der Tierärzte weitere Aufgaben zu, die das Berufsbild grundsätzlich wandelten. Zugleich wurde dadurch auch eine Kraft benötigt, die dem Tierarzt bei seinen immer größer werdenden Aufgaben zur Seite stand.
Der Vorläuferberuf Tierarzthelfer/in war seit etwa 1950 ein Anlernberuf mit zweijähriger Ausbildungszeit. Nach dem Berufsbildungsgesetz von 1969 wurde die Ausbildung in Anlehnung an die des Berufes Arzthelfer/in durchgeführt, die Beschulung der Auszubildenden erfolgte dementsprechend in der Regel in den Klassen der Arzthelfer/Arzthelferinnen. Zum 1. August 1986 wurde der Beruf Tierarzthelfer/in als anerkannter Ausbildungsberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit neu geordnet.
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